Unbekanntes Gladbeck – Folge 4


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Skulpturengruppe Schöpfung am Vinzenzheim mit Erläuterung, Fotos: Heinz Enxing

Wo soll es in dem kleinen und überschaubaren Gladbeck Unbekanntes und Kurioses geben? Wir wollen Ihnen Dinge zeigen und erklären, die Ihnen vielleicht noch nie aufgefallen sind.

Unbekanntes in Gladbeck entdecken

In der neuen Rubrik „Unbekanntes Gladbeck“ sind wir nicht nur auf der Suche nach versteckten Orten in der Stadt, die man schnell übersieht, sondern auch nach interessanten Kuriositäten. Schauen Sie mal hinein, was wir bisher zusammengetragen haben.

Und, haben Sie vielleicht auch einen (Geheim-)Tipp für „Unbekanntes in Gladbeck“?

Dann wenden Sie sich an Wolfgang Keuterling, den Vorsitzenden unseres Vereins für Orts- und Heimatkunde Gladbeck:

E-Mail:
Tel. 0 20 43 / 44 48 7

Besonders freuen wir uns, wenn Sie auch gleich einen kurzen Text und ein Foto zur Verfügung stellen können.

Inhaltsverzeichnis Folge 4

Die Skulpturengruppe am Vinzenzheim

Der Gedenkstein für den Turnvater Ernst Schiffmann

Die Analemmatische Sonnenuhr in Butendorf

Kennen Sie die Skulpturengruppe am Vinzenzheim?

Der Gladbecker Bildhauer Erich Kuhn (1917 – 2002) schuf aus alten Bordsteinen eine „Skulpturengruppe Schöpfung“ und stellte sie in seinem Garten auf. Es werden Schöpfer, Fauna, Flora, Adam, Eva und Kinder dargestellt. 1995 schenkte er die Kunstwerke der Stadt Gladbeck, die das Ensemble im Park des Vinzenzheims aufstellte. Der Verein für Orts- und Heimatkunde stiftete eine Erläuterungstafel dazu.

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Foto: Heinz Enxing

Heinz Enxing hat in der Zeitschrift „Gladbeck Unsere Stadt“ ein Bürgerporträt über Erich Kuhn verfasst. Veröffentlich wurde es im Jahr 2000 im Heft 1 auf Seite 9. Den Beitrag über Erich Kuhn können Sie auch hier nachlesen.

Im Kartenausschnitt unten markiert der rote Punkt den Standort der Skulpturengruppe im Vinzenzpark.

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Kennen Sie den Gedenkstein für den Turnvater Ernst Schiffmann?

Ernst Schiffmann (* 24. Dezember 1883 in Gößnitz; † 11. Januar 1953 in Gladbeck) war im Ruhrgebiet und Münsterland als der Turnvater bekannt.

Ernst Schiffmann wurde im Thüringischen Gößnitz geboren. Nach der Schule besuchte er das Technikum in Altenburg und wurde Elektroingenieur. Aus beruflichen Gründen zog er ins Ruhrgebiet nach Gladbeck, wo er Elektro-Betriebsführer auf der Zeche Zweckel wurde. Später arbeitete er als Elektro-Betriebsführer auf der Zeche Scholven und war maßgeblich für Bau und Instandhaltung des dortigen Hydrierwerks (Werk zur Kohleverflüssigung) verantwortlich.

Ernst Schiffmann wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Stadtverordneter von Gladbeck.

Er gründete im November 1930 zusammen mit Hans Kissenbeck und Paul Sartor die „Flugsportvereinigung Gladbeck in der Vestischen Luftfahrtvereinigung“, aus der zu Beginn der 50er der „Fliegerclub Gladbeck u. Kirchhellen e.V.“ wurde.

Zusammen mit seinem Turnbruder Hans Vahle gründete er in der Nachkriegszeit den „Münsterländer Turngau“. Bei der Neugründungsversammlung des Münsterländer Turnverbandes (1946), der später wieder in „Münsterländer Turngau“ umbenannt wurde, wurde Schiffmann zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Nach seiner aktiven Vorstandstätigkeit wurde er Gaualtersturnwart.

Zu Ehren des Turnvaters wurde regelmäßig das „Ernst-Schiffmann-Treffen Münsterland“ vom Münsterländer Turngau abgehalten, dessen Ehrenmitglied Schiffmann seither ist.

Er war außerdem lange Jahre erster Vorsitzender des Turnvereins Gladbeck sowie einige Zeit Vorsitzender des Westfälischen Turnerbundes.

Im Wittringer Wald in Gladbeck liegt ein Gedenkstein. Auf dem Findling steht: „Dem Turner Ernst Schiffmann“, dazu das Turnerkreuz mit dem Motto „Frisch, fromm, fröhlich, frei“.

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Foto: Wolfgang Keuterling

Im Kartenausschnitt unten zeigt das rote Rechteck, wo Sie den Findling sowie, einige Meter daneben, die Infotafel der Stadt Gladbeck finden.

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Kennen Sie die Analemmatische Sonnenuhr in Butendorf?

Aus Wikipedia:
Der Begriff Analemma (griechisch ‚Umschreibung‘, ‚etwaige Annahme‘, oder ‚Vorschrift‘) wird am häufigsten für die Figur gebraucht, die der Sonnenstand bei konstanter mittlerer Ortszeit erzeugt.
Diese Figur entsteht zum Beispiel durch Fotos der Sonne, die man täglich zur selben mittleren Ortszeit (das heißt auch: zur selben Zonenzeit am selben Ort) über ein Jahr macht. Wenn man nach Ablauf eines Jahres alle diese Sonnenbilder in einer Fotomontage überlagert, erkennt man eine langgestreckte Acht (siehe Abbildung): das Analemma.

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Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Analemma_pattern_in_the_sky.jpg#/media/Datei:Analemma_pattern_in_the_sky.jpg

Sonnenuhren sind seit der Antike in Gebrauch. Sie zeigen mit Hilfe des Stands der Sonne am Himmel und dem linienförmigen Sonnen-Schatten die Sonnenzeit an. Auch heute findet man Sonnenuhren noch häufig in Parkanlagen, auf Freiflächen und an Gebäudewänden.

Eine eher ungewöhnliche Art von Sonnenuhr, die nur wenige Gladbeckerinnen und Gladbecker kennen, gibt es in Butendorf und zwar auf dem Weg von der Horster Straße zur Schachtstraße. Das ist ganz in der Nähe des „Karo“, also der Gebäude, in denen seit 2016 die Jugendkunstschule untergebracht ist. Dort findet man als gepflasterte Fläche eine „analemmatische Sonnenuhr“. Auf dem Boden hat diese Sonnenuhr ein elliptisches Ziffernblatt. Das Besondere an dieser Sonnenuhr ist nun, dass der Mensch selbst den Sonnenstab bildet bzw. als Schattenwerfer fungiert. Man stellt sich mit dem Rücken zur Sonne in Höhe des Datums auf der Mittellinie, der Schatten zeigt dann die jeweilige Sonnenzeit an. Wie das genau funktioniert, ist auf einem Schild neben der Sonnenuhr näher beschrieben.

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Foto: Dietrich Pollmann
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Foto: Dietrich Pollmann

Auf einem zweiten Schild ist noch festgehalten, dass diese „analemmatische Sonnenuhr“ von Vinzenz Philippi geplant und im Oktober 2006 errichtet wurde, vermutlich im Zusammenhang mit der damaligen Eröffnung des „Karo“ als Jugendtreff. Vinzenz Philippi (1919 – 2009) war ein bekannter Konstrukteur von phantasiereichen Sonnenuhren aus Rehlingen im Saarland.

Im Kartenausschnitt unten zeigt der rote Punkt die Lage der Sonnenuhr.

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    Zugegeben, eine steile These. Wo soll es in dem kleinen und überschaubaren Gladbeck noch Unbekanntes geben, an dem man sehr oft einfach achtlos vorbeigeht.
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